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Lisa’s  Dròm

 

Lisa Weiss

Die Sintezza-Sängerin

aus Venlo

 

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Die Limburg-version

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Lisa’s Dròm Die Mission

Die geheimen Metaphern einer Sintezza                                                       

Lisa’s Dròm beschreibt die Lebensreise der Sintezza-Sängerin Lisa Weiss. Es ist eine spannende Reise mit erschütternden Momenten, vor allem aber eine Reise mit Stolz, Musik und Tanz.

Ihre Lebensgeschichte ist verwurzelt in den feinfühligen Idealen und Werten der Sinti und Roma und im Latscho Dròm. Das ist der langwierige Zug der Sinti und Roma aus dem Norden Indiens in die Türkei, nach Europa und Ägypten. Ein Zug voller Entbehrungen und Ausgrenzung überall, und zugleich ein Zug erhobenen Hauptes. Inzwischen hat dieser Dròm die USA erreicht, denn dort ist Sofie Bleu geboren, Lisa’s Enkeltochter. Das war am 5. April 2012.

In Lisa’s Liedern erklingen aufs neue die Bilder aus den uralten Sinti-Erzählungen, daneben aber auch ganz zeitgemässe Themen wie z.B. das von von der Stellung der Frau bei den Sinti.  Diese Metaphern vermitteln alte und neue ‘heilige’ Werte,  die den Menschen erheben können, aber auch zu Stillstand führen können und sogar in die Vernichtung.

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Biografie

 

Lisa wurde am 25. März 1958 im Wohnwagenlager am Kaldenkirchener Weg in Venlo geboren.

Ihr Name war Elisabeth Massing Weiss.

Ihr Vater Kobus Massing Weiss ist ein Sinto, ihre Mutter ist eine niederländische ‘Fahrende’ im Lager. Der Vater verdiente sein Geld als Boxer auf Kirchweihfesten im ganzen Land.

Lisa kann sich noch an das Geschaukel des Wohnwagens erinnern, wenn sie von der Kleinen Heide in Venlo ins Wohnwagenlager nach Den Haag fuhren, wo die Familie ihres Vaters wohnte.

Als Lisa 5 Jahre alt war, ließen ihre Eltern sich scheiden. Danach sah sie ihren Vater viele lange Jahre nicht. 

 

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Lisa mit ihrer Vater

 

Lisa litt sehr unter der Abwesenheit ihres Vaters und wurde widerspenstig und störrisch.  Als ihre Mutter sich wiederverheiratete wurde Lisa vom Stiefvater adoptiert. Sie zogen um nach einem entlegenen Platz in de Nähe von Venlo, mitten im Wald, um. Und von einem Tag auf den andern hieß Lisa plötzlich Betje van Susteren.

Das merkte sie erst, als der Lehrer in der Schule sie so nannte. In diesem Augenblick schien es ihr, als ob ihre ganze Vergangenheit ausgelöscht worden wäre. Noch eindringlicher hatte sie dieses Gefühl am Tag, als der Wohnwagen völlig ausbrannte; sie war damals 12 Jahre alt. Alles war weg, sogar das Foto mit ihrem schönen blauen Kleid. Und nicht nur das, sondern auch die Fotos, die sie selbst gemacht hatte.

Sie hatte die Fotos in einer Schachtel unterm Bett aufbewahrt. Sie hatte viele Aufnahmen von Kindern gemacht und von den Wohnwagen mit den Bewohnern und von ihrem eigenen Pony, Sammy. Damals träumte sie davon später einmal Fotografin zu werden. Nach soviel Verlusten brauchte sie die Fotos zur Dokumentation ihres Lebens.

 

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Ihr Pferd La Bella war ihr größter Freund. La Bella trug sie, wärmte sie und ließ sich von ihr zügeln. Das Pferd ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Leben eines Nomaden. Für die Sinti ist das Pferd ein heiliges Tier. Wer ein Pferd gut reiten kann, erreicht eine höhere Seinsstufe. Die junge Lisa ritt oft aus, um damit dem täglichen Trott zu entkommen. Sie ritt durch die Wälder. Oft war sie dort zu finden. Sie lebte von der Natur und von dem, was die Bauern auf den Äckern pflanzten. Hier war die Ruhe. Hier war sie glücklich. Sie schlief unter offenem Himmel. Wenn sie wach wurde, hörte sie die Vögel zwitschern. Dieses Glück stand im krassen Gegensatz zu den Beeinträchtigungen, die das Leben bietet, wenn man im Wohnwagenlager geboren ist. Durch diese Herkunft wird man von der einheimischen Bevölkerung schnell ausgegrenzt. Man gehört einfach nicht dazu. Talente werden nicht gefördert. Und im Falle von Lisa war es noch schlimmer, sie war schließlich nur eine halbe Sintezza, keine wirkliche Wohnwagenfrau, und auch keine Bürgerliche. Denn einerseits war nur ihr Vater ein Sinto, und andererseits war sich auch nicht in einem normalen Haushalt geboren. Sie lebte im  Niemandsland. Dieses Gefühl der Unzulänglichkeit ist wie ein Faden eingewebt in Lisa’s Sein. Sie betrachtet es als Ihre Aufgabe, dieses Gefühl zu bewältigen.

 

Seit dem Wohnwagenbrand war Lisa davon überzeugt, dass sie nur mit einem Koffer unterwegs war; in dem Koffer trug sie ihre Identität wie einen Schatz mit sich herum und bewahrte dort ihre Fotos und die CD’s mit ihrer ‘Musik’.

Auch dieser Koffer verstärkte das Gefühl, dass sie nirgends dazugehörte. Dass sie eigentlich immer schon eine Art Subkultur in sich selbst war. Viele Menschen fühlen sich gebunden, weil sie ihren Besitz verteidigen müssen. Ein Nomade aber lässt sich nie endgültig nieder und hat keinen festen Platz und keine Besitztümer, die er verteidigen müsste. Er zieht immer weiter, wohin auch immer seine Füße ihn tragen.

 

Während der Gottesdienste bei der Christlichen Gemeinde Nuenen und bei den Sinti in Venlo sammelte Lisa Erfahrung im Singen. Ihre Schwester war Mitglied der Venloer Bibelgemeinde und so bekam sie Kontakt mit den Christen. Die geistliche Musik gefiel ihr schon, aber eigentlich war ihr die weltliche Musiek lieber.

 

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Eine Sintezza häuft unterwegs ihre musikalische Erfahrungen an; den Gesang und das Gitarrenspiel; sie lernt aus der Begegnung mit anderen Musikern.

Denn überall wo Sinti und Roma sind, wird Musik gemacht.

Vom Venloer Ronny Timmermans lernte sie die Wirkung der Akkorde. Später lernte sie viel von Willy Caron, dem Vater ihres damaligen Mannes, vor allem während der Gesangsstunden. Immer wieder begegnete sie Leuten von denen sie etwas lernte, was sie später in ihre eigene Musik einbringen konnte.

 

Als Siebzehnjährige betrieb sie mit ihrem ersten Mann ein Blumengeschäft in Hannover. Es war eine erfolgreiche Unternehmung. Zeitweise waren dort sogar 15 Leute beschäftigt.

 

Später trat Lisa bei Sinti-Festivals in Frankreich auf. Sie sang mit dem Gitarristen Paulus Schäfer. Einmal stand sogar ein Foto von ihr auf der Titelseite einer Tageszeitung in Nancy. Aus dieser Zeit stammt ihr Lied Ut roëzig Laeve (Das rosenfarbene Leben im Venloer Dialekt), inspiriert von Edith Piaf’s La vie en rose. Danach machte sie eine CD zusammen mit Gino Taihuttu, Betje & Gino, 2009, produziert von Martijn Alsters und Gino Taihuttu.

Lalla Weiss, Lizzy Schäfer und Marie Grunholz halfen ihr, die Texte ins Romani zu übersetzen.

 

Immer wieder war Lisa mit anderen Leuten unterwegs. So auch mit John Hutton, dem bekannten Möbeldesigner. Ein sehr kreativer Mann. Es inspirierte sie, um mit ihm allerlei Messen zu besuchen.

 

Gerry Abels und Loek Sijben lehrten Lisa schauspielern. Ende der 80er Jahre gaben sie Kurse in Venlo, im Maaspoort-Theater und im Theater ‘de Garage’. Gerry’s indonesische Herkunft macht, dass sie Lisa gut begreifen konnte, denn sie wusste, was es bedeutete, zwischen zwei Kulturen zu leben. Lisa spielte Rollen in verschiedenen Stücken, unter anderem in den Drei Schwestern von Tschechow.

 

In einer Fernsehübertragung aus dem ehemaligen NS-Durchgangslager Westerbork sang Lisa das Lied ‘Vergessen kann ich nicht’. Das sah die Historikerin Mariet Verberkt aus Venlo. Dadurch enstand ein enger Kontakt zwischen ihnen. Zusammen träumten sie von einem Projekt über die Kriegsverbrechen, die an den Wohnwagenbewohnern begangen worden waren, wobei auch die Namen der Opfer genannt werden sollten, um das allgemeine Schweigen hierüber endlich zu brechen.

Ausführlich wurde das Schicksal des Säuglings Margaretha behandelt. Diese kleine Sintezza fand in Auschwitz-Birkenau ihren Tod.

Aus der Zusammenarbeit von Mariet mit dem Gemeindearchiv Venlo enstand die Ausstellung ‘Kriegskind’, die im ganzen Land Aufsehen erregte.

 

Zusammen mit ihrer Familie besuchte Lisa das ehemalige KZ Auschwitz-Birkenau. Auch ihr leiblicher Vater Kobus war dabei. Dieser Besuch und die Konfrontation mit dem tiefen Schmerz ihrer Wurzeln hinterliessen einen unbeschreiblichen Eindruk. Lisa hat in Auschwitz gesungen, bei der Gedenkstätte für die Sinti und Roma.

 

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Lisa’s Vater in Auschwitz

 

Nach dem Tod von Mariet Verberkt entstand die Arbeitsgruppe ‘Margaretha lebt’’. Die Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe sind: Lisa Weiss, Mieke Verhaegh, Martijn Alsters, Peter Jorna und Henk van Beurden.

U.a. haben sie ein Schulprojekt organisiert: Lisa empfing in ihrem Zimmertheater am Casinoweg in Venlo die Schüler verschiedener Klassen und ging mit ihnen ins Wohnwagenlager. Auch wurde eine CD produziert mit dem Titel Margaretha (2012).

Weiter unten können Sie mehr lesen über Margaretha und das Projekt.

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Lisa und Will

 

Eine wichtige Stütze bei all diesen Projekten ist Will Falize, der Sohn von Lisa. Als Berufsfotograf macht er schöne Fotos und ist ihr Halt und Hilfe.

 

Site Will Falize

Die lettische Musikpädagogin Maara Brahmane ist Lisa’s Gesangscoach.

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Lisa ist inzwischen vielerorts aufgetreten: Kunst in de Kamer Waalre, Gipsy Roots Festival Best, Westerbork Gedenkfeier, Kulturprogramm bei der Auschwitz Gedenkfeier Amsterdam, Theaterhotel Oranjerie Roermond, Forum Utrecht, Limburgs Museum Venlo, Museum Bommel van Dam Venlo, Utrecht swingt Delano, Gedenkfeier des 2. Weltkriegs in Venlo, Nach van het  Limburgse Leed, usw


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Concert in Venlo in Galerie de Hoeve. Lisa mit Paulus Schäfer, Noah Schäfer, Dominique Paats und Bärbel Ehlert.  21 Juni 2014.

 

Das Management ihrer Aufrtitte ist in Händen von ‘SintiMusic’ in Eindhoven, womit sie freundschaftlich zusammenarbeitet

Link Sintimusic

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                          CCI07012014_00000 CCI07012014_00001 Die 2 cd’s                      RvdBLisaWEiss21juni2014RvdB

 

Link youtube Bibando

 

 

4 Lieder

 

Margaretha

 

 

ich male dich im Tageslicht ...

hier auf der Kleinen Heide bist du geboren ...

und gleich danach haben sie dich geholt ...

Scham und Schuld und Reue ...

tief drinnen ist die Angst ...

für ein paar Silberlinge ...

im Tageslicht mal ich dir einen Blumenpfad ...

so zerbrechlich und so klein ...

die Liebe siegt ...

l'amour triomphera ...

 

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 Link site Margaretha Leeft

Link Making of videoclip Margaretha

 

  

Margaretha

Anmerkungen

Lisa wurde an einem Ort geboren, an dem ein beispielloses Kriegsverbrechen verübt wurde.

Im Frühjahr 1944 treibt die Venloer Polizei in der Kleinen Heide Familien aus ihren Wohnwagen.

Unter ihnen ist die Familie Pommée-Steinbach.

Margaretha, ein Baby von ein paar Wochen, und ihre kleinen Brüder und Schwestern werden ins Kamp Westerbork deportiert und von dort mit dem ‘Zigeunertransport’ nach Auschwitz-Birkenau.

Niemand in der Familie hat die Deportation überlebt.

Bis 2008 blieb diese Greueltat unbeachtet.

Sogar bei der jährlichen Totenfeier wurde sie nicht erwähnt.

Das wäre auch heute noch so, wenn die Gemeindehistorikerin Mariet Verberkt sie nicht ans Licht gebracht hätte.

Sie veröffentlicht die Geschichte der Venloer Sinti im kulturhistorischen Jahrbuch De Buun.

Margaretha und ihre Familie wurden damit der Vergessenheit entrissen. Mariet hat sich auch dafür eingesetzt, dass Margarethas Name bei der jährlichen Totenfeier genannt wird.

Noch auf ihrem Sterbebett, im Jahr 2010, erhält sie vom Bürgermeister die Zusage, dass Margaretha ins Register der Venloer Kriegsopfer aufgenommen wird.

Lisa wurde von Mariet beim Singen eines Liedes in einer Gedenkfeier in Westerbork entdeckt. Hieraus erwuchs eine tiefe Freundschaft.

Bei Mariets Begräbnis sang Lisa auch ein Lied. Ihre Seele wird es gehört haben.

Lisa sang im Bewusstsein, dass sie Mariets Erbschaft, die Geschichte von Margaretha, weiter ausarbeiten und verbreiten musste. Sie stand jetzt allein vor dieser Aufgabe, aber glücklicherweise  konnte sie mit ihrer Freundin Mieke Verhaegh  und mit dem Venloer Archiv gut zusammenarbeiten.

All dies ist von großer Bedeutung. In der Sinti-Gemeinschaft wird nämlich seit dem Kriegsende kaum über die Schmerzen und den Kummer gesprochen, die ihnen der Krieg bereitet hat.

Es herrscht vor allem eine große Stille.

Dies alles bleibt verborgen in den Herzen der Menschen; ihre Lippen sind versiegelt.

Es ist die selbst erwählte Isolation des Kummers und der Einsamkeit.

Nur im Dunkel der Nacht kommen die Erinnerungen an die schrecklichen Zeiten als schemenhafte Gestalten zum Vorschein.

In den Wohnwagen und bei den Lagerfeuern werden diese Erinnerungen mit Liedern und Musik verjagt.

Sie distanzieren sich von dem, was ihnen geschehen ist und tun das mit zügelloser Energie und großer Leidenschaft, erfüllt von Glücksgefühl und Freude.

So verschwindet die Geschichte weil niemand darüber spricht ...

Der Sinto Zoni Weiss, ein Onkel von Lisa, hielt am 27. Januar 2011 vor dem Bundetag in Berlin eine hoffnungsfrohe und liebevolle Rede, deren letzte Worte die folgenden waren: ‘... ich möchte enden, indem ich die Hoffnung ausspreche, dass unsere Lieben nicht umsonst gestorben sind. Wir müssen ihrer auch künftig gedenken, wir müssen auch weiterhin die Botschaft des friedlichen Miteinander verkünden und an einer besseren Welt bauen – damit unsere Kinder in Frieden und Sicherheit leben können’.

 

Im Lied Margaretha will Lisa das kleine Mädchen im Tageslicht malen, sodass die ganze Welt es sehen kann; sodass Margaretha etwas von dem Leben zurückerhält, das ihr weggenommen wurde.

Genau wie die inzwischen bekannte Zigeunermalerin  Lita Cabellut möchte Lisa mit diesem Lied der Seele der Menschen begegnen. Der von Margaretha und von all den anderen Kindern, die es verdienen, ins Licht gestellt zu werden.

Für ein paar Silberlinge Arbeitslohn wurde Margaretha mitgenommen von den ‘Gehorsamen’, die sie ergriffen. War es wirklich so schlecht, was die Polizisten damals taten, oder kann man es aus damaliger Sicht begreifen?

Jedenfalls erinnert es uns an etwas Wichtiges, das der Vater van Mariet Verberkt gesagt hatte: ‘Hüte dich vor der Sünde der Nachlässigkeit’.

Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen. Anfänglich konnte Lisa das Lied, wegen des unsäglichen Leides, das Margarethe und anderen Kindern angetan worden war, kaum über die Lippen bringen.  Man kann es sich auch gar nicht vorstellen, dass so ein kleines Kind auf die Totenliste zu stehen kommt, weil es eine Gefahr darstellt für die reine arische Rasse.

Lisa’s Mutter wurde auch abtransportiert, aber sie durfte wieder zurückkommen, da sie keine echte Sintezza war, sondern nur eine gewöhnliche Wohnwagenbewohnerin.



 

 

Sofie Bleu

 

schöne Rose ...

unsere Kinder ...

unsere Träume, unsere Liebe, unsere Wärme ...

wir lehrten sie, im Regen zu tanzen ...

die Tür zum Himmel ...

diese Sonne, dieses Leben, diese Erde ...

suchen nach dem Land unserer Träume ...

 

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Sofie Bleu

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Sofie Bleu und Papa Will

 

 

 Sofie Bleu

 

 Anmerkungen

 

Gleich nach der Geburt ihrer Enkeltochter Sofie Bleu in New York entstand dieses Lied aus Lisa’s innerlicher Schatzkammer. Mit ihrer Stimme auf der CD will sie Sofie Bleu erreichen, so als ob kein großer Ozean zwischen ihnen läge.

So hofft sie gegenseitig Gaben als Saatgut fürs Leben aus zu tauschen.

Sofie Bleu ist eine schöne Rose. Eine prachtvolle Blume, die jeder mag.

Eigentlich handelt das Lied von allen Kindern, auch von der Kindheit von Lisa selbst.

Und das möchte sie Sofie Bleu erzählen.

Von damals, als sie am Waldrand wohnte: welch ein schöner reiner Traum war das, mit der Wärme der Natur rund herum, wo man sich geborgen fühlte. Da hatte sie gelernt, in Sturm und Regen zu tanzen, mit dem Gedanken, dass man immer weiter kommt, auch wenn Gegenkräfte da sind.

Wenn man nur die Augen zum Licht wendet, auf das Höhere, dann bleibt einem die Liebe zum Leben.

Mutter Erde zeigt schliesßich immer den richtigen Weg.

Für Lisa hat dies alles zu tun mit dem Suchen und Finden der Tür zum Himmel.

Und natürlich will sie es Sofie Bleu erzählen.

Seit dem Wunder der Geburt ihrer Enkelin wissen wir, dass die lange Reise der Sinti und Roma, die in Indien begann, jetzt den Ozean überquert hat und dort angekommen ist.

Zusammen mit Sofie Bleu sucht Lisa nach dem puren Land der Träume, nach der serenen Heiterkeit, die niemand stören kann.

Sofie bedeutet im Griechischen Weisheit.

Die Weisheit, die dich rührt mit dem erquickenden Lächeln des Kindes.

Und Bleu ist auch das mystische Blau des Lapislazuli. Das intensive Blau, wonach schon die Maler und die Weisen suchten; möge dieses Blau im Leben der inspirierten Sängerin durchklingen.

 

 

 

 

Alles tut weh

 

nach all den Jahren tut’s immer noch weh ...

von jedem verlassen: von Hunden und Soldaten, vom Wasser und der Luft, den Feldern, der Sonne und dem Mond ...

das Leben tut weh ...

ich weine salzige Tränen ...

überall habe ich sie gesucht: meine Mutter und meinen Vater, meinen Bruder und meine Schwester ...

sie kamen nie zurück ...

ihr Name steht geschrieben in der Ewigkeit ...

ihre Stimme ist das Flüstern des Windes ...

alles tut weh ...

 

 

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Oncle Zoni und Königin Beatrix

 

 

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Alles tut weh

 

Anmerkungen

 

Das Lied erzählt von Onkel Zoni Weisz, der als einziger seiner Familie den Krieg überlebt hatte. Bei einer Razzia gegen Sinti und Roma am 16. Mai 1944 wurden seine Eltern zusammen mit seinen Schwestern und seinem Bruder festgenommen. Zoni war damals 7 Jahre alt und er war gerade bei einer Tante zu Besuch.

 

Später wurde auch er, zusammen mit seiner Familie, festgenommen. Auf dem Bahnhof sah er durch die Fensterscheiben die blaue Jacke seiner Schwester und wusste, in welchem Teil des Deportationszuges seine Familie saß. Er hörte noch, wie sein Vater zur Tante rief, dass sie auch gut für seinen Sohn sorgte. Zoni und die Tante wurden danach mit dem nächsten Zug weggebracht und in Assen mit der ersten Gruppe zusammengeführt. Ein freundlicher Polizist sagte zu Zon,i dass sie ver-schwinden sollten, wenn er, bevor der Zug abfährt, seine Mütze abnnimmt. Dann sollten sie um ihr Leben rennen. So konnten sie flüchten und haben überlebt. Zoni und der Rest seiner Familie konnten mit gefälschten Papieren untertauchen. Sein Vater wurde im Konzentrationslager Mittelbau-Dora ermordet, seine Mutter und Geschwister kamen in Auschwitz-Birkenau ums Leben.

Zoni wurde ein bekannter Blumenhändler. Er sorgte für den Blumenschmuck bei Veranstaltungen des Königshauses, unter anderem bei der Antrittsrede von Königin Beatrix und bei der Hochzeit von König Willem Alexander. Daneben studierte er Kunstgeschichte.

Das tragische Geschehen im Mai 1944 hat unablässig und unvermindert wehgetan. Jeder kann diesen Schmerz fühlen, wenn Zoni über die Geschehnisse spricht. Wenn er z.B. erzählt, dass er noch nach vielen Jahren sah, wie seine Mutter ins Blumengeschäft trat und dass dem nicht so war. Es ist diese unfassbare Verlassenheit, bei der weder Elemente noch himmlische Kräfte Trost spenden können. Auch wenn die Natur sicherlich der letzte Freund ist. Das ist der Inhalt dieses Liedes.

Auch Lisa fühlte diese Verlassenheit, als sie mit ihrer Familie Auschwitz besuchte. Unterwegs nach Heidelberg erzählte Onkel Zoni viele Geschichten über die Erlebnisse während des Krieges. Sie fragte ihn um Erlaubnis, ein Lied darüber machen zu dürfen; die erhielt sie. Später bekam Onkel Zoni das erste Exemplar der CD ‘Margaretha’, auf der das Lied zu hören ist.

Was geschehen ist, darf nie vergessen werden. Keine Nachlässigkeit mehr, sondern Respekt vor allen Menschen, das ist die Botschaft von Onkel Zoni. Hierüber sprach er u.a. vor dem Bundestag am 27. Januar 2011 in Berlin und im Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York. Er war auch bei der Einweihung des Denkmals in Berlin für die von den Nazis ermordeten Sinti und Roma.

In seinen Spuren möchte Lisa dies alles hinaustragen in der Hoffnung, dass es etwas bewirken kann.

 

 

 

Das Glück ist wie die Sonne

 

 

Mutter ...

auf deinen Händen hast du uns getragen ...

so viel haben wir von dir gelernt ...

die Liebe und die Unschuld und die Blumen ...

den Waldrand, den Bach und frei sein wie die Vögel ...

Glaube und Sonnenschein und den Flug der Schmetterlinge im Wind ...

den Frühling, den Sommer, den Herbst ...

komm lass uns tanzen jatzt wo es noch kann ...

 

 

Das Glück ist wie die Sonne

 

Anmerkungen

 

In diesem Liede holt Lisa die positiven Elemente ihrer Jugendzeit zurück, um diese wie einen Blumenstrauss  ihrer Mutter zu überreichen. Dann kann sie die Düfte einatmen und sich dadurch wieder besser fühlen.

Mutter hat’s in ihrem Leben nicht einfach gehabt.

Lisa hat ein großes Einfühlungsvermögen für ihre Mutter

Hat ihre Mutter ihr nicht beigebracht, in der Sonne zu laufen, dem Ursprung von allem was lebt?

Lisa erinnert sich noch an die Herbstbäume im Feuer, an die Unschuld, die in den Kinderjahren blüht, an die tausend Rosen und Flieder, die es für Schmetterlinge anziehend machen, um in der Luft zu bleiben; das Bächlein am Waldrand.

War es ihre Mutter nicht, die ihr beigebracht hatte ins Licht zu laufen?

Komm, Mutter, tanze und singe im Takt der Unschuld meiner Kinderjahre.

 

 

 

Schulkinder kommen zu Besuch bei Margaretha in Lisa’s kleinem Theater

 

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In der ersten Jahreshälfte 2013 kommen mehr als 700 Schulkinder in Lisa’s Theater und erfahren dort vom traurigen Schicksal des Säuglings Margaretha Pommée und von anderen Kriegskindern. Mariet Verberkt entdeckt die Geschichte van Margaretha. Das neugeborene Kind wurde zum Symbol aller Sinti- und Romaschlachtopfer aus Venlo.

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Management und Konzert Information : www.sintimusic.nl

Übersetzung: Salvatore Cantore

Website Janneke Michels: http://www.jannekemichels.nl/

 

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[i] JM: Copyright Janneke Michels en Lisa Weiss 2014  /  Text und andere Fotos: copyright Lisa Weiss  2014 / RvdB: René van de Berk